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VNV Nation – Automatic

Kaum eine andere Band hat die schwarze Electro Szene den letzten Jahren so sehr geprägt wie VNV Nation. Das irisch-englische Duo treibt die Freunde elektronischer Musik seid nun mehr 21 Jahren auf die Tanzflächen der Clubs. Die Sounds sind eingängig und energiegeladen, die Texte regen zum Nachdenken an; dieses Rezept funktioniert. Zu Recht haben es vergangene Veröffentlichungen geschafft, in die Media Control Charts einzusteigen.
Die Breitseite an die austauschbare Plastik Musik gelang mit dem neuen Album „Automatic“. Mit dem Einstieg auf Platz 8 der Charts beweisen Ronan Harris und Mark Jackson, wie gut die Musik ist und wie standhaft die Fans bleiben und der Downloadwelle trotzen.
„Automatic“ ist das nunmehr elfte Release der Jungs von den Inseln.
Schon das erste Durchhören macht deutlich, dass sie nichts von ihrer Kraft verloren haben. VNV bleibt VNV – manche mögen eine experimentelle Weiterentwicklung vermissen, doch braucht es dies immer?
Muss eine Band immer neues austesten? Wir sind froh, dass es das Duo nicht tut und ihren Sound nur verfeinert und verbessert, aber nicht radikal damit bricht. Das Artwork nimmt Anleihen am Retrolook der golden Fiftes.
Doch nun rein in den Player und angespielt:
Das Intro „On Air“ stimmt uns auf die Zeit ein; der Sound eines kleinen Radios beginnt die Welt der Vergangenheit zu spielen, welches durch ein ruhiges Klavier Intro abgeschlossen wird. Die Zeit hat etwas Ruhiges, aber auch Melancholisches an sich.
„Space and Time“ – der erste richtige Track des Albums - ist sogleich ein echtes Brett: eine starke, treibende Melodie und Ronans Gesang sind die Zutaten zu einem echten Clubhit: Volume up – ab auf die Tanzfläche!
„Resolution“ ist spaciger, tranciger, schneller und zieht den Spannungsbogen nach oben. Richtig hart wird es bei „Control“ - der eindeutig härteste Song der Scheibe. Die Beats sind hart, Gesang und Synthies schmutzig; dies ist Energie pur.
„Goodbye 20th century“ ist erneut im Radiostyle gehalten. Ein ruhiges, sehr sphärisches Zwischenstück zum Gedanken treiben lassen und durchatmen. Die Energie kommt zurück mit „Streamline“ – das Zauberwort aus den 30ern als Streamline zur Design Sprache wurde.
„Gratitude“ klinkt sich erfolgreich in den Sound ein, der von „Testament“ geprägt wurde. Der Song geht direkt ins Ohr, ein zweites absolutes Highlight nach „Space and Time“.
„Nova“ ist die Ballade des Albums. Ruhig und zum Träumen anregend, nimmt uns Ronan Harris mit auf eine Reise in eine andere warme Welt: „Shine your light on me“.
„Photon“ kehrt zurück in die Zukunft – spacig, trancig-sphärische Melodien zeichnen dieses weiche, dennoch schnelle Instrumentalstück aus.
Den Abschluss bildet „Radio“, ein Track, welcher nach besten VNV Rezepten aufgebaut ist, einen herrlich analog klingenden Sound liefert und wieder zeigt, was das Duo ausmacht und einen würdigen Abschluss des Albums bildet.
VNV Nation bleiben sich treu – das neue Album „Automatic“ liefert keine wirklichen Neuerungen. Dennoch – und das ist die Stärke - die Songs gehen einfach ins Ohr und in die Beine. Highlights wie „Space and Time“ und „Gratitude“ für die Tanzflächen der Clubs und „Nova“ als Ballade zum Träumen. Die Messlatte für Balladen wird zwar immer „Illusion“ bleiben, doch auch „Nova“ weiß zu begeistern.
Zu Recht der Einstieg bei Media Control. Zu Recht werden die Songs gespielt. VNV bleiben VNV! Kaufen!

