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God Module – Seance & Rituals E.P.

God Module kommen aus den USA, ein Land, welches wir hierzulande nur wenig mit düster elektronischer Musik in Verbindung bringen. Doch halt – hat nicht die USA Szenegrößen wie Skinny Puppy, Nine Inch Nails und FGFC820 hervorgebracht? Richtig!
God Module sind fleißige Musiker. Seid 1999 im Geschäft, veröffentlichten sie nunmehr 8 Alben und E.Ps.
Ihr Stil ist dunkel, schwer, hart, elektronisch. Ihre Stücke bestechen weniger durch Schnelle sondern durch akkurat abgemischte Bässe, treibende Rhythmen und verspielte Hooklines gepaart mit auf den Punkt sitzenden Filmsamples und verzerrten Lyrics.
Das neuste Album, „Seance“, kommt einher in einem Doppel Digipack mit der Singleauskopplung von Rituals. Verlegt werden sie von out of line, der Name steht für sich, verlegen sie doch den Großteil der namhaften Industrial Acts. Gleichzeitig birgt dies für eine druckvolle Produktion, die den Staub aus den Boxen pustet. Das Artwork ist im Style des 19. Jahrhunderts gehalten wie alte Aufnahmen, auf denen man Geister sehen könne. Lassen wir uns nun also hineinführen in die Welt aus Horror Industrial, Murder Wave und Spooky Dance.
„Ouija“ als Opener schwört den Hörer ein; dies wird eine Reise in eine Zwischenwelt. Sphärisch und bombastisch treibend, wird man hineingezogen. Der wiederkehrende Text gleich einer Geisterbeschwörung - es gibt kein Zurück.
„Devil's Night“ stampft zum Tanz: die treibende Hookline und der Midtempo Beat zeugen hier von echter Clubtauglichkeit. ''Let's dance like we're dead – with our imaginary friends''.
„Plastic“ im folgenden nimmt etwas die Geschwindigkeit zurück, stampft dafür treibender. Hart, tief und voller verstörender Atmosphäre erklingt es.
Das sich anschließende „Doppelganger“ ist wieder ein wunderbar tanzbares Stück, welches im sphärischen Sound gehalten ist. Das Spiel mit den Synthie Filtern macht einfach unheimlich Spaß zu hören und die roboterhaft verzerrte Stimme sorgt für das nötige Feeling.
„M.D.K.“ - wer kennt nicht die Szenen aus Demolition Man – „Murder, Death, Kill“ ist hart, verbreitet eine aggressive Stimmung, die Lyrics verzerrt und hasserfüllt und dazu die langsamen stampfenden Beats im Takt der Gewalt. „Extinct“ nimmt ein wenig das Musikthema aus „Doppelganger“ auf. Der Song überrascht durch seine sphärische Hookline und die unverzerrten Stimmen. Eine geisterhafte, tiefe Frauenstimme geht einen schaurigen Dialog mit dem Sänger ein. „Rituals“, auch gleichzeitig der Titel der zugehörigen E.P., ist ein treibendes Stück. Technoide Melodien zu verzerrten Beats stimmen ein, die Tanzfläche zu bevölkern.
Überraschend sanft erklingt das folgende „Into the outside“. Die Stimmung ist beinahe friedlich – ein Traum, dem der Hörer sich hingibt und in andere Sphären entschwebt.
„Video“ wirkt futuristisch. Die schnellen Beats und die technoide Hookline spannen den Bogen in die Neuzeit.
„Remember“ lässt sich ein wenig als langsamere Ballade ansehen - der verzerrte Sprechgesang wechselt sich mit Clement Gesangsparts ab. Die Stimmung ist düster und kalt.
Die Fortsetzung der eiskalten, nun aber umso verstörter klingenden Stimmung stellt „Fake Fame“ dar. Ein Track über falschen Ruhm – anklagend und düster.
Den Abschluss des Albums stellt das treibende, stampfende „Afraid of the Light“. Hier tritt die Düsterkeit etwas in den Hintergrund und die tanzbaren Beats in den Vordergrund. Der Abschluss des Albums sitzt akkurat und hinterlässt ein Gefühl, dass man soeben ein durch und durch gutes Werk gehört hat.
God Module präsentieren auf ihrem neusten, regulären Album ein Feuerwerk an düsterer elektronischer Musik. Horror Industrial ist die Beschreibung der Band und sie stimmt: die Texte aus diesem Bereich, die Stimmung verstörend und kalt. Dies ist eine Veröffentlichung abseits der Party Electro Musik, ohne diesen an Härte nachzustehen - Industrial mit Tiefgang eben.
Die im limited Digipack enthaltene E.P. „Rituals“ beinhaltet mehrere Remixe.
Der 'Distorted Memory Remix' von „Rituals“ ist härter als das Original, tanzbar bis zum letzten Takt.
„Devil's Night“ im 'Modulate Mix' bekommt den Modulate Sound verpasst. Dadurch klingt es technoider, tanzbarer bleibt das Original.
„Rituals“ im 'White Ring Mix' wird zu einer schweren, schaurigen Symphonie des Grauens. Der Mix ist anders, schöpft durch die Schwere aber viel Kraft und fesselt auf seine ganz eigene Art.
In eine gänzliche andere Richtung schlägt der 'God Mod Clubbed to Death Mix'; hinter dem langen Namen steckt eine Veränderung hin zu Härte und Triebkraft, die die Tanzflächen der Clubs füllen wird.
Einen leicht orientalischen Touch erhält „Remember“ im 'God Mod Vexed Mix'; der Sound ist ein wenig retro, die verzerrten Gitarren kleiden den Track in ein hartes Gothic Rock Gewand.
Der 'iVardensphere Mix' des Titeltracks ist schnell und hart - fast im klassischen EBM Style.
Eine hidden Bonus Version ist ebenfalls enthalten: sie ist schnell und treibt durch ihren rohen Sound richtig voran.
Eine E.P. mit ihren Remixen ist oftmals ein zweischneidiges Schwert, doch auch hier überraschen God Module und liefern mit den Versionen die eine oder andere absolut hörenswerte Neuinterpretation ihrer Stücke, die alle durch ihren eigenen Style in sich stimmig sind und die Stimmung auf eigene Art wiedergeben.
Every day is Halloween!

